\nHallo!
\nWer meine Rezensionen kennt, weiß, dass ich in meiner Freizeit gern Serien schaue – besonders im Fantasy‑ und Mystery‑Genre.
\nVor Kurzem habe ich endlich die legendäre und stark diskutierte Serie „Supernatural“ durchgesuchtet und dazu eine Bewertung verfasst.
\nJetzt bin ich an die nächste Produktion aus demselben Universum dran – „Winchester“.
\nOb es sich um ein Prequel oder um eine Fortsetzung handelt, lässt sich nicht sofort sagen. Deshalb gehe ich das Ganze Schritt für Schritt durch.
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\n \n\n\n\n\n\n\nAllgemeine Angaben:
\nProduktionsland: USA
\nGenre: Action, Thriller, Drama, Abenteuer
\nStaffeln: 1, mit 13 Episoden. Und das ist definitiv der Moment, an dem ich sage, genug ist genug!
\nFolgenlänge: 40‑45 Minuten, das ist völlig ausreichend und üblich
\nBeschreibung:
\nDie Liebesgeschichte von John und Mary – den Eltern von Dean und Sam Winchester. John kehrt vom Vietnamkrieg zurück und trifft die 19‑jährige Dämonenjägerin Mary. Gemeinsam wollen sie die Wahrheit über ihre Familien herausfinden und die Welt vor dem Bösen schützen. Dabei versucht Johns Mutter, Millie, ihren Sohn von der gefährlichen Dämonenjagd abzuhalten.
\nJeder, der "Supernatural" gesehen hat, wird an dieser Zusammenfassung zunächst etwas ratlos sein.
\nTrotzdem versuche ich, das Ganze zu erklären und meine Meinung darzulegen.
\nAlles, was jetzt folgt, ist rein meine persönliche Einschätzung, möglichst spoilerfrei und ohne jemanden vor den Kopf zu stoßen.
\nCharaktere und Rollen
\nJohn – Drake Roger
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\n \n\n\n\n\n\n\nEin junger Mann, der vom Krieg zurückgekehrt ist, wirkt alles andere als ausgeglichen – er leidet eindeutig an PTSD, zeigt aggressive Züge und sucht gleichzeitig nach seiner Identität. Der Heldenkomplex kollidiert mit großer Unsicherheit.
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\n \n\n\n\n\n\n\nDie inneren Konflikte werden zwar angesprochen, doch ich konnte kaum eine Verbindung zu ihm herstellen.
\nMary – Meg Donnelly
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\n \n\n\n\n\n\n\nEin Mädchen, das von klein auf zur Dämonenjägerin ausgebildet wurde. Sie träumt von einem normalen Leben, kennt es aber praktisch nicht, weshalb sie hin‑ und hergerissen ist, zweifelt und nach ihrem eigenen Weg sucht.
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\n \n\n\n\n\n\n\nEhrlich gesagt wirkt bei ihr kaum, dass sie unter der Jagd leidet. Das Trauma wird zwar erwähnt, das Ergebnis bleibt jedoch schwach.
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\n \n\n\n\n\n\n\nCarlos – Jojo Fleites
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\n Hier ist die Figur für Toleranz verantwortlich (ja, in dieser Serie wurde sie im Überfluss eingebracht) und für Manierlichkeit.
Ein gescheiterter Musiker, dessen Eltern von Monstern getötet wurden und der nun nach Rache sucht. Der Charakter wirkt sympathisch, bleibt aber wenig ausgearbeitet.
Latika – Nida Khurshid
Ein Mädchen aus Indien, das im Team das Wissen verwaltet, ein wenig ein Bücherwurm, mit schrecklichen Geheimnissen aus der Vergangenheit, die im Verlauf der Serie ans Licht kommen und sich eher nervös‑dramatisch als gruselig zeigen. Im Grunde genommen etwas feige.
Ada – Demetria McKinney
Eine erwachsene Frau, scheinbar die Hexe des Teams, wobei unklar bleibt, warum sie sich um eine ganze Schar Kinder kümmert.
Insgesamt zu den Charakteren.
Dazu fällt mir nichts weiter ein.
Die Schauspieler sind mir unbekannt, das ist nicht per se schlecht – neue Gesichter können durchaus überzeugen – doch hier wirkt die Besetzungslage sehr nachlässig gewählt.
Sie sind kaum entwickelt und wenig durchdacht.
Und weil die Darstellungen schwach sind, kann man ihnen kaum Glauben schenken; die Emotionen wirken seltsam und unglaubwürdig.
Die Dialoge sind schlecht geschrieben.
Man fühlt nicht nur wenig mit den Helden, man hat kaum das Bedürfnis, sie näher kennenzulernen.
Handlung und Gesamteindruck.
Hier muss ich sagen, dass ich mich ein wenig ausgenutzt fühle – als würde man meine Nostalgie für gute Serien (insbesondere die frühen Staffeln von „Supernatural", die ich wirklich liebe) ausnutzen, um mir etwas völlig Unausgewogenes aufzuzwingen.
Selbst die Grundidee fehlt an Originalität.
Hier suchen alle wieder nach ihren Vätern, Marias, die bei einer Jagd verschwunden ist (eine bekannte Geschichte, nicht wahr?).
John versucht herauszufinden, wohin sein Vater vor vielen Jahren verschwunden ist.Uns werden dann zahlreiche Expositionen aufgedrängt, die sofort Interesse wecken sollen: eine verstorbene Verwandte, über die wir nichts wissen und deren Verlust uns nicht wirklich berührt, ein mysteriöser magischer Gegenstand, vergessene Bunker der Wissenswächter (eine Linie, die mir in „Supernatural" ebenfalls nicht gefallen hat) und ein weltweites Übel, das die Erde vernichten will.
Doch das Ganze funktioniert nicht, es fesselt nicht.
Die Charaktere sind leider wenig ausgearbeitet, ihre Reaktionen wirken unlogisch und die Motivation bleibt zu kurz. Insgesamt wirken die Jäger, die ein gefährliches und gruseliges Geschäft betreiben, innerlich zerrissen, verhalten sich aber fast wie Kinder – sie sind pingelig, ängstlich und schießen mit Wasserpistolen auf Dämonen, was einfach absurd erscheint.
Spezialeffekte und Kostüme.
Die Aufnahmen sind grundsätzlich solide, die Sets machen keinen schlechten Eindruck.
Einziger Kritikpunkt: Die Serie ist sehr dunkel, als hätten die Beleuchtungstechnik vernachlässigt. Das soll zwar zur Atmosphäre beitragen, aber in der Praxis ist das Ansehen anstrengend, weil kaum etwas zu erkennen ist. Die Monster wirken zudem mittelmäßig und wenig glaubwürdig.
\n \n\n\n\n\n \n \n\n\n\n\nInsgesamt muss ich sagen, dass die Spezialeffekte eher dürftig und offensichtlich billig sind.
\n \n\n\n\n\nDas Make‑up ist durchschnittlich, akzeptabel, aber es fehlt das gewisse Etwas.
\n \n\n\n\n\nPositiv hervorzuheben sind die Kostüme – sie vermitteln den Stil der jeweiligen Epoche recht gut.
\n \n\n\n\n\n \n \n\n\n\n\n \n \n\n\n\n\n \n \n\n\n\n\nAll die Schlaghosen und hippie‑ähnlichen Gemeinschaften.Manchmal wirkt die Wahl jedoch seltsam – furchterregende und mächtige Hexen sehen aus wie abgenutzte Frauen, die sich mit einem halben Kosmetiktäschchen vollgeschminkt haben.
\n \n\n\n\n\nMusik.
Der Soundtrack ist grundsätzlich in Ordnung und passend ausgewählt, jedoch bleibt mir kein einzelnes Stück wirklich im Gedächtnis – das sagt schon etwas.
\n \n\n\n\n\nNostalgie‑Druck.
Ich denke, gerade dieser Nostalgie‑Faktor hat die Serie überhaupt erst über die erste Staffel hinaus am Leben erhalten. Es war zudem spannend, bekannte Gesichter wiederzuerkennen.
\n\n\n\n \n\n\n\nUnd erstaunlicherweise schafft es die letzte Folge, trotz der Nostalgie, mit einem angenehmen Ton zu enden.
\n\n\n\n \n\n\n\nFür Fans, die das Original vermissen, war es zudem wichtig, dass der Erzähler und Off‑Stimme Dean Winchester ist.
\n\n\n\nDie Erklärung am Ende war jedoch enttäuschend schwach und reduzierte alles wieder auf das Konzept des Multiversums (das ist mir persönlich nicht zusagen).Es erstickt förmlich die Atmosphäre.
Man fühlt nicht mehr mit den Figuren, weil man das Gefühl hat, sie seien nur eine von unzähligen Varianten und man fragt sich, warum wir uns überhaupt für sie interessieren sollten.
Was mich besonders ärgert, ist, dass diese neue Version bekannter Charaktere wie ein Spott gegenüber den Fans wirkt. Ich möchte fast sagen: „Hey, wir kennen diese Figuren schon, wir haben sie geliebt (oder auch nicht), und diese Vertauschung hat die Geschichte, die uns gefallen hat, irgendwie zerstört!“
Fazit.
Es ist ein sehr oberflächlicher Serienlauf, offenbar darauf ausgelegt, dass Fans alles schlucken, was irgendwie mit ihrer Lieblingsserie und deren Universum zu tun hat.
Die Produktion war jedoch so schlampig, dass sie nur eine Staffel überlebt hat und dann eingestellt wurde. In diesem Fall sehe ich das sogar positiv.
Für mich ist es ein rein passabler Serienhintergrund, den ich zwar nur nebenbei geschaut habe, aber bis zum Ende durchgezogen habe – also nicht völlig langweilig.
Ich gebe eine Drei (ja, ein bisschen Nostalgie schwingt mit), empfehle sie aber nicht.
Und das ist definitiv nicht die Serie, die ich jemals wieder anschauen oder in ihre Atmosphäre eintauchen möchte (die eigentlich kaum vorhanden ist).
Ob Sie sie schauen, entscheiden Sie selbst!
Danke für Ihre Aufmerksamkeit!