Von der ersten Folge an begeistert – die gemütlichste Serie, trotz des Namens, doch ab Staffel 3 wird es peinlich.
check_circleVorteile
- Die Chemie zwischen den Hauptdarstellern ist außergewöhnlich glaubwürdig; jedes Gespräch wirkt wie ein spontanes Treffen unter Freunden und macht die Serie besonders einladend.
- Die Produktionsqualität beeindruckt – von der detailreichen Setgestaltung bis zur sorgfältig gewählten Farbpalette entsteht ein stilvoller, aber dennoch gemütlicher Look, der das Stadtleben von New York authentisch widerspiegelt.
- Die Drehbuchautor*innen verpacken komplexe Rätsel in kurzen, knackigen Episoden, sodass man nie das Gefühl hat, Zeit zu verlieren; jede Folge endet mit einem Cliffhanger, der zum Weiterschauen animiert.
- Der Soundtrack ist ein unterschätztes Highlight: dezente Jazz‑ und Indie‑Stücke unterstreichen die Szenen, ohne aufzudrängen, und tragen zur entspannten, leicht spannungsgeladenen Stimmung bei.
- Die Serie kombiniert Pop‑Kultur‑Referenzen mit klassischen Krimi‑Elementen, sodass sowohl Fans von Mystery‑Serien als auch Zuschauer, die einfach gut unterhalten werden wollen, etwas für sich finden.
- Mit einer Episodenlänge von etwa 30 Minuten ist sie ideal für einen gemütlichen Fernsehabend; man kann problemlos mehrere Folgen hintereinander schauen, ohne dass es zu anstrengend wird.
- Die Nebencharaktere bekommen überraschend viel Raum, wodurch das Serien‑Universum tiefer wirkt und man sich noch länger mit den Figuren identifizieren kann.
cancelNachteile
- Ab Staffel 3 wird die Handlung teilweise zu verworren; zu viele Nebenplots konkurrieren miteinander und verwässern die Kernstory, was das Mitfiebern erschwert.
- Einige Dialoge in den späteren Episoden wirken übertrieben inszeniert und verlieren die natürliche Leichtigkeit, die die ersten Staffeln so charmant gemacht hat.
- Wiederholungen bestimmter Gags und Running‑Gags werden nach mehreren Folgen vorhersehbar und können den Humor etwas abnutzen.
- Die Entwicklung mancher Charaktere erscheint zu schnell und unlogisch, sodass wichtige Entscheidungen wie aus reiner Plot‑Convenience wirken.
- Die Serie setzt stark auf Insider‑Witze aus der Podcast‑Szene; Zuschauer, die nicht mit diesem Milieu vertraut sind, könnten einige Anspielungen schlichtweg nicht nachvollziehen.
- Gelegentlich fehlt es an klaren Hinweis‑ und Auflösungspunkten, sodass manche Rätsel zwar spannend aufgebaut, aber dann zu abrupt oder unbefriedigend gelöst werden.
- In einigen Szenen ist die Bildsprache zu stark stilisiert, wodurch wichtige Details im Hintergrund untergehen und man beim genauen Hinsehen Hinweise verpasst.




































Editor's Summary
Ehrlich gesagt hat mich die Serie von der allerersten Folge an total in ihren Bann gezogen. Die clevere Mischung aus Krimi‑Elementen, charmanten Dialogen und einer warmen, fast heimischen Atmosphäre macht sie zum idealen Begleiter für lange Herbstabende. Besonders überzeugend ist die Balance zwischen Spannung und Humor, die in den ersten beiden Staffeln durchgehend hält. Ab Staffel 3 verliert die Geschichte jedoch an Schwung, die Charaktere wirken gelegentlich überdehnt und die Handlungsbögen ziehen sich zu sehr – das kann für Zuschauer, die keine Geduld für Abschweifungen haben, schnell unangenehm werden.
Specifications
Hallo zusammen!
Ich habe schon lange keine so gemütliche Serie mehr entdeckt. Wenn Sie sich gerade fragen, was man diesen Herbst‑Winter am besten anschauen könnte, dann lege ich Ihnen die ersten beiden Staffeln wärmstens ans Herz. Die dritte Staffel lohnt sich nur, wenn Sie ein Herz für die Charaktere haben – sonst wird sie schwer zu ertragen.
Zu Beginn habe ich die Serie allein und mit einer gewissen Skepsis gestartet, doch bereits zur Hälfte der dritten Folge hielt ich inne, um sie meinem Mann zu zeigen. So haben wir abends gemeinsam in einer gemütlichen Atmosphäre weitergeschaut.
Übermärde in einem Gebäude / Only Murders in the Building Rezension
Handlung.
Die offiziellen Handlungsbeschreibungen sind ziemlich fade – das könnte ein Grund dafür sein, dass die Serie nicht sofort den Durchbruch geschafft hat.
Ich fasse das in meinen eigenen Worten zusammen und streue ein paar Zitate ein.
Was kann eine junge Frau mit zwei betagten Schauspielern verbinden? Wie kam es dazu, dass sie eine so seltsame, aber unterhaltsame Gemeinschaft bilden konnten? Die Antwort ist simpel – gemeinsame Interessen. Gemeinsam untersuchen sie Morde und berichten darüber in ihrem Podcast.
Übermärde in einem Gebäude / Only Murders in the Building Rezension
Doch das war nicht immer so. Ein schreckliches Ereignis – ein Mord im luxuriösen Mehrfamilienhaus „Arconia“, in dem sie alle wohnen – brachte sie zusammen.
Alle drei Figuren wirken in gewisser Weise als Verlierer. Sie haben den Lebensgeschmack und ein Ziel verloren, doch alles ändert sich, als sie beginnen, die Morde eigenständig zu untersuchen. Das Ganze ist gespickt mit scharfsinnigen Dialogen und einem britisch anmutenden Humor (bis zur dritten Staffel).
Übermärde in einem Gebäude / Only Murders in the Building Rezension
Schauspieler.
Selena Gomez (Mabel Mora).Der Charakter hat mich persönlich nicht sofort überzeugt. Unklar bleibt, ob das an der Ausarbeitung der Figur, Selinas schauspielerischer Leistung oder an der Synchronisation liegt – vielleicht an allem. Insgesamt wirkt sie jedoch stimmig und ergänzt das Trio gut; sie bringt einen gewissen Charme mit.
Selena verkörpert die rätselhafte und pessimistische Mabel, und ich habe das Gefühl, dass sie hier etwas übertrieben hat. Überraschenderweise wird sie in der dritten Staffel lebendiger und spielt etwas nuancierter, obwohl die inneren Konflikte ihrer Figur bestehen bleiben.
Übermärde in einem Gebäude / Only Murders in the Building Rezension
Steve Martin (Charles‑Haden Savage).Steve Martin liefert in den ersten beiden Staffeln eine solide Leistung. Es wirkt, als hätte man ihm in der dritten Staffel völlige Freiheit gelassen, und genau das hat die Staffel aus dem Gleichgewicht gebracht. Jede seiner Witze wirkte für mich unangenehm.
Charles ist ein ehemaliger, einst sehr beliebter Schauspieler, dessen Karriere längst vorbei ist, doch sein Verlangen nach Aufmerksamkeit ist nach wie vor stark. Und ja, er steckt ebenfalls in einer Depression – ein vergessener Schauspieler, der niemanden mehr zu brauchen scheint. Während der Ermittlungen bekommt er jedoch deutlich mehr Leben zurück.
Only Murders in the Building – Rezension
Martin Short (Oliver Putnam).Martin trägt den gesamten Serieninhalt. Er bringt ihn mit seiner Energie und hervorragenden Schauspielkunst ein. Beißende Sprüche sind sein Markenzeichen.
Auch sein Charakter Oliver hat Probleme, doch er nimmt sie mit Humor. Er schwatzt und lügt ständig, verliert dabei aber nie seinen Charme.
Only Murders in the Building – Rezension
Kameraführung.
Die Serie ist in düsteren Farbtönen gedreht. Wie bei den Figuren spürt man hier einen leicht depressiven Vibe. Im Kern ist jedoch nichts Außergewöhnliches. Die Serie lebt nicht von der Optik, sondern vom Plot.
Only Murders in the Building – Rezension
Hin und wieder gibt es seltene Zwischensequenzen, die das Geschehen des Ermittlungsprozesses theaterhaft, anschaulich und farbenfroh darstellen.
Only Murders in the Building – Rezension
Eindruck von den Staffeln.
Ich habe beschlossen, meine Eindrücke zu den einzelnen Staffeln punktuell darzulegen, weil jede von ihnen einzigartig ist. Die Drehbuchautoren scheuen nicht davor zurück, zu experimentieren und Neues einzuführen. Ja, das gelingt nicht immer, aber ein monotones Fortführen von Staffel zu Staffel erstickt jede Serie.
1. Staffel.Die geheimnisvollste Staffel. Man weiß nicht, was man von den Figuren erwarten soll, und es werden genügend Charaktere eingeführt, um den Zuschauer leicht zu verwirren. Die Geschichte spielt schließlich im gesamten Gebäude.
Mabel ist das dunkle Pferd. Sie wirkt zwar erwachsen, bleibt aber gleichzeitig kindisch und kann ihren Platz im Leben nicht finden. Rund um sie dreht sich die gesamte Handlung.
Im Verlauf der gesamten Staffel gerät nach Detektiv‑Serien‑Standard jeder unter Verdacht. Und sobald man einem Charakter vertraut, wirft er einem unvermeidlich etwas hinterher.
Only Murders in the Building – Rezension
Ein sehr dynamischer Staffel, die Ereignisse ändern ständig die Richtung, und am Ende jeder Folge gibt es einen Cliffhanger, sodass man die Serie am Stück schauen möchte.
Der Plot der ersten Staffel und ihr Abschluss waren meiner Meinung nach am interessantesten.
Erwähnenswert ist, dass in der Serie Gastauftritte zu sehen sind. In der ersten Staffel war Sting zu Gast.
\n\nMorde in einem Gebäude / Only Murders in the Building Rezension2. Staffel.Die Handlung der zweiten Staffel dreht sich erneut um den Mord an einem der Bewohner. Auch Mabel ist wieder irgendwie verwickelt. Zusätzlich erfahren wir mehr über die Geheimnisse von „Arconia“. Die Detektivkomponente rückt in den Hintergrund, stattdessen liegt der Fokus stärker auf den Beziehungen zwischen den Figuren. Es kommen neue Charaktere außerhalb von „Arconia“ hinzu.
Dennoch bleibt das Geschehen spannend zu verfolgen. Die Intrige ist nach wie vor fesselnd, und der intelligente Humor ist weiterhin präsent.
Die zweite Staffel ist etwas leichter als die erste, bleibt aber fast auf gleichem Niveau. Sie hat bei mir einen positiven Eindruck hinterlassen.
\n\n\nMorde in einem Gebäude / Only Murders in the Building RezensionUnter den mir bereits bekannten Figuren spielt hier Cara Delevingne mit. Außerdem treten die Stand‑up‑Comedians Amy Schumer und Shirley MacLaine auf. Ich war mit ihrer Arbeit nicht vertraut, wusste aber, dass sie aufgrund ihrer besonderen Art, Charaktere zu präsentieren, populär sind – persönlich haben sie mich jedoch nicht besonders angesprochen.
\n\n\nMorde in einem Gebäude / Only Murders in the Building Rezension3. Staffel.Hier wurde uns das Tatort‑Setting ein wenig vorgetäuscht, was ich jedoch nicht als gravierenden Bruch der Tradition empfand.
In der dritten Staffel bekommt die Detektivspur noch weniger Raum. Die Serie entwickelt sich mehr zur Drama‑ als zur Comedy‑Show, obwohl einige Nebendarsteller versuchen, das frühere Gleichgewicht wiederherzustellen. Mabel ist inzwischen reifer und bereit, ins Erwachsenenleben einzutreten – das zeigt sich nicht nur in ihrer schauspielerischen Leistung, sondern auch in ihrer Körpersprache und ihren Manierismen.
\n\n\nMorde in einem Gebäude / Only Murders in the Building RezensionDer einst intelligente Humor ist fast vollständig verschwunden. Stattdessen gibt es peinliche Gags, bei denen ich mich frage, warum sie überhaupt eingefügt wurden. Von den zehn Episoden haben mir nur ein paar gefallen.
\n\n\nMorde in einem Gebäude / Only Murders in the Building Rezension \n\n\nMorde in einem Gebäude / Only Murders in the Building Rezension
Zu den Gaststars gehört hier Paul Rudd. Ich kenne ihn aus den Marvel‑Filmen, und seine Leistung ist schlichtweg hervorragend.
\n\n\nMorde in einem Gebäude / Only Murders in the Building Rezension
Und dann noch die legendäre Meryl Streep. Das macht mir die Saison noch ärgerlicher. Eine so hochkarätige Schauspielerin zu engagieren und dann die Staffel zu vermasseln…
Meryl Streep spielt eine Schauspielerin, die nicht zu schauspielern weiß. Offenbar fanden das die Drehbuchautoren amüsant. Trotzdem hat sie die Rolle hervorragend umgesetzt, ihr Charakter wirkt glaubwürdig.
U murders in one building / Only Murders in the Building Bewertung
Fazit.
Das Einzige, was alle Staffeln verbindet und mich dazu bringt, die nächste Staffel (die eigentlich kommen soll) anzuschauen, ist die Spannung. Vielleicht fehlt mir einfach die Deduktion oder das Gespür, aber ich habe in keiner Staffel jemals den wahren Mörder erraten können. Sollte die nächste Staffel erscheinen, werde ich sie auf jeden Fall sehen, allerdings ohne die Erwartung, dass sie wieder ein hochwertiger und gemütlicher Serienabend wird.
U murders in one building / Only Murders in the Building Bewertung



