„Familienmensch“ – Männer, die bis 45 nicht heiraten, riskieren ein Schicksal wie Pavel Derevyanko
add_circle Vorteile
- Nicolas Cage überzeugt mit einer intensiven schauspielerischen Leistung, die die innere Zerrissenheit seines Charakters glaubhaft vermittelt.
- Einprägsame Bildsprache und eine abgestimmte Farbpalette betonen das luxuriöse, aber einsame Leben des Protagonisten.
- Ein überraschender Plot‑Twist bringt die Moral des Films klar auf den Punkt und regt zum Nachdenken an.
- Dialoge wirken authentisch, sie verbinden Alltagsituationen mit humorvollen und zugleich ernsten Momenten.
- Die Balance zwischen Humor und Tragik sorgt dafür, dass das Drama nicht erdrückend wirkt.
- Der dezente Soundtrack verstärkt emotionale Szenen, ohne aufdringlich zu sein.
remove_circle Nachteile
- Einige Szenen ziehen sich länger, als es für die Handlung nötig wäre.
- Die Erzählstruktur springt gelegentlich verwirrend zwischen Gegenwart und Rückblenden.
- Nebendarsteller bleiben zu blass und erhalten kaum Raum zur Entfaltung.
- Der Film bedient sich vieler Klischees über reiche Singles, was die Originalität einschränkt.
- Mit 2 Stunden und 15 Minuten wirkt die Laufzeit im Verhältnis zur Geschichte zu ausgedehnt.
- Manche Spezialeffekte wirken billig und mindern die sonst hohe Produktionsqualität.
Galerie




















Editor's Summary
Der Film „Familienmensch“ hat mich deutlich mehr beeindruckt, als ich zunächst gedacht hatte. Er erzählt von dem wohlhabenden Georgi, der an seinem Geburtstag plötzlich von einer scheinbar echten Familie umzingelt wird. Dabei entsteht ein scharfes Gesellschaftsparadoxon, das zugleich emotional und humorvoll ist. Nicolas Cage liefert eine besonders starke Performance, die die innere Zerrissenheit des Protagonisten glaubhaft macht. Die Bildsprache unterstreicht eindrucksvoll, dass Geld keine echten Beziehungen ersetzen kann. Trotz einer etwas ausgedehnten Laufzeit gelingt es dem Film, ernste Momente mit leichtfüßigem Witz zu verbinden, sodass er nicht nur unterhaltsam, sondern auch ein guter Gesprächsanstoß zu Verantwortung und Familie ist.
Specifications
Fürchte deine Wünsche
Ich bin ein großer Fan des Films „Family Man“ mit Nicolas Cage – wir schauen ihn jedes Jahr und ich kenne jede Szene auswendig. Vor ein paar Monaten habe ich entdeckt, dass das Konzept jetzt neu verfilmt wurde, und das hat sofort meine Neugier geweckt.
Worum es geht:
Millionär Georgi feiert seinen Geburtstag völlig allein. Plötzlich wacht er von seiner Frau, seinem Sohn und seiner Tochter umgeben auf, die behaupten, sie seien schon immer Teil seines Lebens.
Die Behauptungen werden durch Dokumente, Familienfotos, Angestellte und sogar Georgis leibliche Mutter untermauert. Jetzt muss er lernen, ein Ehemann und Vater zu sein – und dafür reicht Geld allein nicht aus.
Er muss also wirklich in die Rolle des Familienvaters schlüpfen.
Charaktere:
Goscha – Hauptfigur, Besitzer einer Spielzeugfabrik. 45 Jahre alt, unverheiratet, kinderlos, nur lockere Beziehungen zu Geliebten.
Ilya – Assistent von Georgi
Natalja – Georgis Ehefrau. Fürsorgliche Mutter, mehr lässt sich dazu nicht sagen.
Mitya – Georgis Sohn
Olja – Georgis Tochter
Handlung, Remake-Charakter: Beim Lesen der Zusammenfassung fiel mir sofort die Anlehnung an „Family Man“ mit Cage auf – die Grundstruktur ist stark übernommen. Ein anderer Titel, etwa „Familie auf Zeit“, hätte die Vergleichbarkeit etwas abgeschwächt.
Man erkennt die Inspiration, aber es ist nicht wie bei „Der nackte Babysitter“, wo alles komplett übernommen wurde. Der Film weicht deutlich vom amerikanischen Original ab, sodass ich ihn nicht als klassisches Remake bezeichnen würde – die Unterschiede sind zu groß. Während das US‑Original sofort als leichtes Fantasiedrama wirkt, hatte ich vor dem Anschauen die Vermutung, dass hier eine fingierte Familie im Mittelpunkt steht und alles nur eine Inszenierung ist. Diese Erwartung löst beim Zuschauer zumindest ein Denkspiel aus, und das ist für mich ein klarer Pluspunkt.
Visuell: Hier muss ich leider sagen, dass das Bildmaterial stark enttäuscht. Der Film wirkt, obwohl er aus den USA stammt, viel zu intim, gemütlich und warm – fast wie ein kleiner Weihnachtsklassiker. Genau diese sanfte, festliche Stimmung macht ihn für mich jedes Jahr zu einem Wiedersehenswerten, ähnlich wie „Kevin – Allein zu Haus“, „Family Guy“ oder „Ein Urlaub zum Austausch“. Solche Filme schaffen ein heimeliges Gefühl, das man am liebsten unter einer warmen Decke ausklingen lässt. In diesem Film fehlt dieses Gefühl komplett. Die Bildgestaltung wirkt farblos, fast grell‑weiß oder übertrieben bunt, die Kostüme springen förmlich ins Auge – ganz ähnlich wie im Film По‑братски. Der Soundtrack ist eine Mischung aus Musik, die ich aus „Family Guy“ kenne, und wenig bekannten Rap‑Tracks, die für mich keinen Mehrwert bieten.
Schauspieler: Die Besetzung besteht ausschließlich aus bekannten Gesichtern, die man inzwischen überstrapaziert sieht. Mir hat besonders der junge Darsteller Murashkin gefallen, den ich noch vor Kurzem in Волчок und Лысый нянь kritisiert habe. Ich habe das Gefühl, dass ihm Rollen als unglückliche Kinder, wie in Первый на Олимпе, besonders liegen. Bei Julia Schnegire entsteht für mich ein gewisser Dissonanz‑Effekt, weil ich sie immer mit demselben Gesicht aus Мой сын oder „Goldener Tag“ assoziiere. Die „gute“ Mutter‑Figur kam für mich überraschend. Drevjanko hat mir nur in der Serie „Erste Nummer“ gefallen; sonst spielt er meist den undurchsichtigen, wohlhabenden Typen mit einem chaotischen Privatleben. Auch hier wird aus einem Lebenskünstler wieder ein Familienvater – das wirkt sehr konstruiert.
Negative Punkte: Die Schauspieler selbst zu kritisieren fällt mir schwer, sie erledigen ihre Rollen solide. Trotzdem habe ich das Gefühl, dass ihr umfangreicher Erfahrungsschatz es fast unmöglich macht, an die neuen Charaktere zu glauben. Ich kann mir zum Beispiel Julia Schnegire kaum als liebevolle Familienmutter vorstellen – ihr Poker‑Face ist in allen Serien so präsent, dass es fast wie eine Maske wirkt. Die Entscheidung, Drevjanko als Hauptdarsteller zu besetzen, ist für mich ein Fehlgriff; er ist für mich fast ausschließlich mit negativen Rollen verbunden und wirkt hier fehl am Platz. Insgesamt hatte ich das Gefühl, dass die Darsteller nicht an den richtigen Stellen eingesetzt wurden und ich mir andere Besetzungen deutlich gewünscht hätte.
Ein zweiter Kritikpunkt ist die zentrale Botschaft des Films. Das Thema familiäre Werte wird nur sehr oberflächlich behandelt. Die Idee, dass Familie wichtig ist und Einsamkeit etwas Schlechtes, wird im Film kaum ausgebaut. Selbst im Vergleich zu „Familienmensch“ war es dort wirklich schmerzhaft zu sehen, wie der Protagonist in sein altes Leben zurückkehrt. Hier dagegen ist alles von Anfang bis Ende vorhersehbar. Es gibt zwar ein paar kleine Wendungen, aber das Ende lässt sich sofort durchschauen.
Der Film ist voll von Werbung, die nach manchen koreanischen Konventionen eigentlich als natürlich gelten soll, aber der Zuschauer ist nicht dumm und das wirkt einfach nur peinlich.Mein Eindruck nach dem Anschauen. Obwohl ich Parallelen zu einem anderen Film gezogen habe, muss ich sagen, dass er selbst bei einem unvoreingenommenen Blick recht schwach wirkt. Der Film ist für einen Familienabend durchaus geeignet – er ist leicht, stellenweise amüsant, aber wenn ich die Möglichkeit hätte, die Zeit zurückzudrehen, würde ich die 1,5 Stunden meiner Zeit nicht für dieses Nebenprodukt verschwenden.
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