Dokumentation trifft Spielfilm, zur Hälfte animiert – zunächst skeptisch, dann nicht mehr losgelassen. Informativ, farbenfroh und temporeich
add_circle Vorteile
- Die halb animierten Szenen überzeugen durch leuchtende Farben und eine technisch hochwertige Umsetzung.
- Historische Fakten werden klar und verständlich präsentiert, ohne zu überladen zu wirken.
- Das temporeiche Erzähltempo hält die Aufmerksamkeit durchgehend hoch.
- Mit 1 Stunde 40 Minuten ist die Laufzeit ideal für einen kompakten Filmabend.
- Soundtrack und Sounddesign unterstützen die Stimmung und verstärken die Bildwirkung.
- Sowohl bei den Live‑Action‑ als auch bei den Animationsanteilen ist die Bildqualität durchweg gut.
- Untertitel in mehreren Sprachen erhöhen die internationale Zugänglichkeit.
remove_circle Nachteile
- Einige Animationsszenen wirken stellenweise etwas hastig und weniger detailreich.
- Der schnelle Schnitt kann bei komplexen historischen Zusammenhängen verwirrend sein.
- Die Charakterentwicklung von Katharina bleibt oberflächlich, der Fokus liegt stark auf den Ereignissen.
- Manche historischen Details werden stark vereinfacht, was für Fachleute störend sein kann.
- Die Bildsprache ist nicht durchgängig einheitlich – der Stilwechsel wirkt gelegentlich unruhig.
- Es gibt keine erweiterte Kommentarspur oder zusätzliches Hintergrundmaterial für vertiefende Recherche.
Galerie














































Editor's Summary
Ehrlich gesagt hat mich die Kombination aus Dokumentation und Spielfilm bei diesem Porträt von Katharina der Großen völlig überrascht. Die halb animierten Sequenzen sind farbenfroh und geben den historischen Szenen neue Dynamik, während die Live‑Action‑Teile die Fakten solide untermauern. Das Erzähltempo ist durchgehend temporeich, sodass kaum ein Moment langweilig wird, und die Laufzeit von 1 Stunde 40 Minuten ist genau richtig für einen kompakten Filmabend, ohne überladen zu wirken. Besonders überzeugend ist die gelungene Balance zwischen Informationsgehalt und unterhaltsamer Aufbereitung, die sowohl Filmfans als auch Geschichtsinteressierte anspricht.
Specifications
Ich habe bereits unzählige Filme und Serien über Katharina die Große gesehen – die Zahl lässt sich kaum erfassen. Fast jedes neue Projekt wiederholt das Vorherige, nur die Hauptdarstellerin ändert sich. Unter den pseudo‑historischen Serien habe ich solche mit Y. Snygiry, M. Alexandrowa und E. Boyarskaja geschaut.
Snygiry halte ich für die überzeugendste Katharina, während die umfassendste Darstellung – von der Ankunft der Prinzessin in Russland bis zu ihrem Tod – in der Serie mit Alexandrowa zu finden ist. Ich fragte mich, warum man die Geschichte noch einmal verfilmen sollte. Für einen Kinobesuch wäre das nicht meine erste Wahl gewesen, aber das Werk stand in meinen Empfehlungen, also habe ich es kurzerhand ausprobiert.
Der Film dauert 1 Stunde 40 Minuten.
Wie bei den meisten früheren Produktionen über diese historische Persönlichkeit startet der Film von 2024 mit dem Originaltitel „Екатерина Великая“ und schildert die Ankunft der jungen deutschen Prinzessin in Russland, wo sie von Kaiserin Elisabeth (gespielt von Y. Peresild) empfangen wird.
Im weiteren Verlauf zeigt der Film Katharinas Aufstieg zur Macht und ihre Bemühungen, Russland zu einem aufgeklärten, fortschrittlichen Staat zu formen, der international eine führende Rolle spielt.
Im Film werden folgende Ereignisse behandelt:
Löschung der Saporoger SichPugatschow‑AufstandKrieg gegen die TürkenReise nach KrimZusätzlich werden die Errungenschaften ihrer Regierungszeit – Fortschritte in Wissenschaft, Kultur und Industrie sowie Verwaltungsreformen – sowie ihr Verhältnis zu Familie und zu den wichtigsten Liebhabern Potjomkin und Orlow beleuchtet. Darsteller
Im Film von 2024 spielen A. Michalkow, Y. Peresild, V. Dobronrawow, E. Charitonow und O. Lerman mit.
Katharina die Große wird von gleich drei Schauspielerinnen dargestellt – in ihrer Jugend, im mittleren Alter und im hohen Alter.
Die Wahl von O. Lerman für die mittlere Lebensphase von Katharina hat mich überrascht. Die Kaiserin war für ihr kräftiges Auftreten bekannt, doch die Schauspielerin wirkt recht zierlich. Historische Quellen betonen zudem, dass Katharina bereits fließend Russisch sprach, als sie den Thron bestieg – Lerman spricht dagegen mit deutlich hörbarem Akzent, obwohl ihre Figur schon seit Jahren regiert.
A. Mikhalkova ist meiner Meinung nach die überzeugendere Wahl für die reife, ältere Katharina. Allerdings lässt ihre Sprachweise zu wünschen übrig – sie klingt eher wie eine einfache Landbewohnerin als wie eine gebildete, kultivierte Kaiserin.
Die übrigen Darsteller leisten ebenfalls solide Arbeit, bekommen jedoch kaum Bildzeit und noch weniger Dialog.
Kurzbeschreibung
Im Kern ist der Film von 2024 ein Dokumentarfilm, in dem bekannte Filmschauspieler auftreten – ähnlich wie bei "Romanow" (2013) oder "Rjurikowitsch" (2019). Er ist in kurze Szenen unterteilt, denen Kommentare von Historikern, Kulturwissenschaftlern und Politikern folgen.
Kostüme und Sets sind hervorragend, die Perücken lassen jedoch etwas zu wünschen übrig. Insgesamt ermöglicht das Bildmaterial ein gutes Eintauchen in die Epoche und liefert eindrucksvolle Kampfszenen. Meiner Ansicht nach wurde das Budget nicht gescheut. In manchen Sequenzen bleiben die Schauspieler völlig stumm, schreiten majestätisch irgendwohin oder blicken geheimnisvoll in die Ferne. Dann übernimmt die Off‑Stimme das Erzählen und liefert dem Zuschauer die wichtigsten Informationen kompakt. Die Off‑Stimme ist angenehm: klar, tief und eindrucksvoll.
Die Kameraführung ist für ein Dokumentarformat solide, wirkt jedoch für einen Spielfilm etwas schwach. Screenshots zu erstellen war schwierig, weil die Gesichter der Darsteller häufig im Schatten lagen oder nicht im Close‑Up zu sehen waren.



