Frohe Apokalypse für euch!" (c) oder Lasst die Kinder nicht im Internet rumtollen…
add_circle Vorteile
- Starke, unvorhersehbare Storyline, die das Genre neu definiert
- Atmosphärische, dichte Hintergrundmusik, die Spannung aufbaut
- Charaktere mit tiefgründiger Entwicklung und überraschenden Wendungen
- Blutige, unzensierte Action, die das Horror‑Element überzeugend integriert
- Visuell ansprechende Zeichnungen trotz kindlicher Farbpalette
- Passende OP/ED, die Stimmung perfekt einfangen
- Gelungene Mischung aus Horror und Drama, die erwachsene Zuschauer anspricht
remove_circle Nachteile
- Der Gewaltgrad ist für jüngere Zuschauer völlig ungeeignet
- Einige Szenen sind extrem blutig und können abschreckend wirken
- Eine Fortsetzung fehlt, das offene Ende lässt Fragen unbeantwortet
- Mehrere Handlungsstränge bleiben unaufgelöst und wirken unvollständig
- Die kindlich wirkende Animation steht im starken Kontrast zur düsteren Story
- Die Tonqualität schwankt stellenweise, besonders bei lauten Kämpfen
Galerie






















































































Editor's Summary
Der Anime hat mich sofort in den Bann gezogen, weil er das klassische Magical‑Girl‑Klischee komplett auf den Kopf stellt. Statt süßer Heldinnen kämpfen wir mit einer Gruppe, die sich als wahre Antagonisten entpuppt und das dunkle Netz zum eigentlichen Feind macht. Die Story ist dicht, unvorhersehbar und lässt kaum eine ruhige Minute zu. Unterstützt wird das Ganze von einer atmosphärischen Hintergrundmusik, die jede Szene noch intensiver wirken lässt. Die Figuren entwickeln sich tiefgründig, zeigen überraschende Wendungen und beweisen, dass das wahre Übel nicht immer dort lauert, wo man es erwartet. Wer erwachsene Themen, unzensierte Gewalt und einen Schuss Horror mag, sollte sich diesen Titel nicht entgehen lassen.
Specifications
Ein relativ unbekanntes Anime, das – wie jeder gelungene Titel – mehr zu bieten hat als das klassische „Magical‑Girl“-Klischee, bei dem Mädchen in bunten Kostümen die Welt vor dem Bösen beschützen. Oder tun sie das überhaupt? Vielleicht sind sie selbst das Übel, vor dem man sich in Acht nehmen muss. Oder – ganz im Sinne langjähriger Fans – ist das Internet das eigentliche Problem?
Persönliche Anmerkung: Ich habe lange gezögert, doch spannende Rezensionen, die das Werk als „nicht das, was es auf den ersten Blick scheint“ beschreiben, haben mich schließlich überzeugt. Diese Erwartung wird hier voll erfüllt: eine starke Story, dichte Atmosphäre und gut ausgearbeitete Charaktere. Es gibt jede Menge Wahnsinn und Blut, das nicht zensiert wird, um einer jugendlichen Bewertung zu genügen – die Animation wirkt zwar eher kinderfreundlich. Für Kinder ist das jedoch völlig ungeeignet. Erwachsene, die das kindliche Gewaltpotenzial häufig übersehen, werden hier gezielt angesprochen. Unsere Kleinen sind nicht immer Engel.
Mein Fazit: Ein Außenseiter in der Schule zu sein, ist beschissen. Besonders, wenn du selbst das Ziel bist und das Umfeld dich einfach ignoriert. Doch das ist nicht das Ende. Es gibt eine Gruppe von Jugendlichen, die bereit sind, im Klo zu wühlen, ein Kätzchen zu zertrümmern und dich in der Schultoilette zu erwürgen. So sieht der Alltag von Asagiri Aii aus, die von Klassenkameradinnen in der Schule und von ihrem älteren Bruder zu Hause schikaniert wird. Alles ändert sich, als sie einen Zauberstab erhält… der sie von allen hasserfüllten Menschen befreien soll. Die Welt ist doch ungerecht, oder? Magie klingt nach einer guten Lösung… oder doch nicht?
✅ PLUSSE DES ANIMES:
1) Saubere Zeichnung. Der Anime wirkt nicht spektakulär, aber stilvoll. Trotz des minimalistischen Stils und der bewusst reduzierten Details ist die Bildqualität gleichmäßig über das Bild verteilt, sodass keine auffälligen Mängel erkennbar sind. Die Farbpalette ist angenehm in mittleren, nicht zu grellen Tönen gehalten. Es fehlt der übertriebene Kitsch, wie er zum Beispiel in „Madoka Magica“ vorkommt.
2) Handlung. Sie ist kompakt, weil die Serie nur 12 Folgen umfasst. Man kann sie problemlos an einem Tag durchschauen. Der Spannungsbogen bleibt durchgehend erhalten. Die Charaktere entwickeln sich nacheinander, nichts erscheint plötzlich, und die meisten Ereignisse erhalten eine logische Erklärung. Am Ende bleiben zwar noch Fragen offen, aber das lässt Raum für eine Fortsetzung – die hier definitiv nötig wäre (mehr dazu später).
3) Eine originelle Idee auf wenig originälem Fundament. Es gibt unzählige Anime, Serien und Filme über magische Artefakte, die ihren Trägern unglaubliche Kräfte verleihen – fast zu viele. Ich habe mich gefragt, was passiert, wenn man den harten Alltag, Kriminalität und die Magie von 12‑ bis 15‑jährigen Jugendlichen kombiniert. Das Ergebnis ist „Сайт Волшебниц“. Die Serie greift viele Themen auf, doch die schmerzhaftesten sind Kindesmissbrauch, der Einfluss des Internets und Todesgedanken, die durch die Grausamkeit der Umgebung und die Straflosigkeit der Täter ausgelöst werden.
4) Die Charaktere. Sie sind gründlich ausgearbeitet und keineswegs klischeehaft. Jeder von ihnen löst eine Reaktion aus – positiv oder negativ – je nachdem, wen man gerade auf dem Bildschirm sieht. Normale Menschen gibt es hier nicht. Jeder trägt irgendeine psychische Störung, manche sogar ein ganzes Bündel von Erkrankungen, die kaum noch zu behandeln sind… Der größte Makel der Handlung liegt bei den Волшебницы und den Администраторы.
Волшебницы – „unglückliche, arme Seelen“, die von den Administratoren der „Сайт Волшебниц“ sogenannte Stäbe erhalten – Gegenstände mit magischen Eigenschaften, die sie nach Belieben einsetzen können. Diese Stäbe saugen die Lebensenergie ihrer Träger aus und verkürzen damit unvermeidlich deren Lebenszeit. In den Händen der Jungen sind diese Gegenstände hingegen völlig nutzlos.
Асагири Айя – ein zurückgezogenes Mädchen, das sich in der neuen Klasse kaum integrieren konnte und sogar Angst hatte, mit anderen zu sprechen. Sie wird als „unglückliche Seele" beschrieben, die wegen der Schläge ihres Bruders und der Mitschülerinnen ein magisches Stäbchen erhalten hat. Das Stäbchen ist eine teleportierende Pistole. Das Emblem zeigt ein Kartenherz.
Яцумура Цуюно – die erste Freundin von Айя, die sie vor weiteren Hänseleien auf der Toilette gerettet hat. Sie ist ernst und zurückhaltend, ermittelt in einem Fall von blutigen Angriffen auf Zauberinnen. Ihr Stäbchen ist ein Smartphone, das die Zeit anhalten kann. Das Emblem ist ein Halbmond.
Ниджими Аназава/"Ниджимин" – lokale Pop‑Star mit gespaltenen Persönlichkeiten. Sie wurde Idol, um Freude zu verbreiten. Trotz süßem Äußeren gerät sie leicht in Rage. Ihr Stäbchen sind Wunsch erfüllende Unterhosen (kein Scherz). Das Emblem zeigt ein Kartenpiek.
Сарина Шизукуме – lokale Räuberin, die geschickt das Bild einer unnahbaren Person aufbaut. Sie liebt es, andere zu ärgern, toleriert aber keinen Angriff auf sie oder ihre Freunde. Laut ihr "hasst sie undankbare Menschen". Ihr Stäbchen ist ein Yo‑Yo, das alles zerschneidet. Das Emblem ist der Buchstabe "Ф".
Administratoren – Schöpfer, die die Seiten überwachen und nach neuen Nutzern suchen, also potenziellen Zauberinnen. Wer sie sind und was sie darstellen, bleibt ein Rätsel. Sie haben ein unästhetisches Aussehen, kleiden sich in Schwarz‑Weiß und besitzen unvergleichliche Macht.
5) Viel Gewalt. Deshalb ist dieses Anime nicht für jeden geeignet. Es war schwer mitzuerleben, wie Kinder sich gegenseitig prügeln, Erwachsene Gewalt an Kindern ausüben, die Kinder sich selbst quälen und so weiter. Mit fortschreitender Handlung verschlimmert sich die Lage noch, weil der Konflikt eskaliert und die Mädchen möglicherweise nicht lebend herauskommen… Das verleiht der Geschichte eine beklemmende Realitätsnähe. Viele Menschen können sich kaum vorstellen, was auf Spielplätzen, in Schulgebäuden und in den Köpfen von Jugendlichen vor sich geht. Und genau das passiert hier – nur ohne Fantasy‑Elemente.
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6) Die persönliche Dramatik jedes Charakters. Ich habe bemerkt, dass dem psychologischen Profil der Figuren viel Raum eingeräumt wird. Trotz der eher skizzenhaften Darstellung erkennt man bei jedem Charakter einen innerlich zerrissenen Menschen, gezeichnet von widrigen Umständen, der nach Rache oder sogar nach dem Tod strebt. Solche Themen werden selten behandelt, obwohl sie ein seit Langem bestehendes Problem darstellen – und sie betreffen nicht nur Kinder und Jugendliche.
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7) Eröffnungstitel/Abspann. Der rein technische Teil ist gut umgesetzt. Den Eröffnungstitel habe ich sofort meiner Playlist hinzugefügt. Das Ending überzeugt mit einer ungewöhnlichen Live‑Performance, die ich so bisher noch nicht erlebt habe. Wer die östliche Pop‑Kultur – etwa Doren oder Idole – mag, dürfte das besonders schätzen. Es wirkt originell.
\n \n\n\n\n\n\nOP: iRis - \"Changing point\" \n\n\n\n\n\nED: Haruka Yamazaki - \"Zenzen Tomodachi\"
❌ MINUSES DER SERIE:
1) Viele Abscheulichkeiten. Ich habe die Serie durchgeschaut und muss sagen, dass hier keine explodierenden Eingeweide oder unzensierte sexuelle Gewalt zu sehen sind. Trotzdem gibt es zahlreiche Szenen, die einfach nur ekelhaft wirken. Unzählige Gräueltaten passieren an unschuldigen Mädchen, die dadurch völlig aus dem Häuschen geraten – manche treiben Rache bis ins Blut, andere denken an Selbstmord. Für empfindliche Zuschauer kann ich das nicht empfehlen.
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2) Bedarf einer Fortsetzung. Das ist fraglich, zumal laut Vorabinformationen die zweite Staffel frühestens 2020 starten soll. Das ist ein Minus, weil die aktuelle Staffel nur den Vorhang zu den Geheimnissen leicht angehoben hat, aber keine einzige wirklich zu lösen versucht. Die Handlung endet mitten im Höhepunkt und bleibt offen – sie muss unbedingt abgeschlossen werden.
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Fazit: Das ist nur für Menschen mit starkem Nervenkostüm und der Bereitschaft, solche Bilder zu sehen. Wer das nicht hat, wird wahrscheinlich schnell das Interesse verlieren. Es ist schwer, Freude an endlosen Prügelattacken auf unschuldige Mädchen zu finden, doch gerade das verleiht dem Produkt eine gewisse Qualität. Die Serie wirft aktuelle gesellschaftliche Probleme auf, die wir oft zu übersehen versuchen, und endet schließlich in Selbstmord oder einem Amoklauf an einer Schule…
Meine Bewertung: 9 von 10. Für das überzeugende Material.



